Tipps und Tricks für den Umgang mit der Nähmaschine

Sichler NähmaschineViele Menschen, die sich eine Nähmaschine kaufen, sind der Meinung, dass das Nähen von Bezügen, Kleidung und anderen Dingen nun zum Selbstläufer wird. Das stimmt allerdings nicht. Die Maschine unterstützt Sie zwar in sehr vielen Fällen, sorgt aber nicht dafür, dass alles von alleine klappt. Umso wichtiger ist es, dass Sie ein paar kleine und größere Tipps und Tricks kennen, die Ihnen den Umgang mit der Nähmaschine erleichtern. Die Kniffe sorgen dafür, dass Ihnen die Arbeit leichter von der Hand geht und die Ergebnisse am Ende noch mehr überzeugen.

Nähübungen machen

Tipps und Tricks für den Umgang mit der NähmaschineSie sind Einsteiger und haben noch nie zuvor mit einer Nähmaschine hantiert? Dann empfehlen wir Ihnen, zuerst einmal ein paar Nähübungen zu absolvieren. Diese geben Ihnen ein Gefühl für den Umgang mit der Nähmaschine und zeigen Ihnen, was mit dieser alles möglich ist.

Um eine Nähübung durchführen zu können, benötigen Sie ein Blatt Papier oder ein Stück alten Stoff und einen Filzstift beziehungsweise Textilkreide. Malen Sie nun verschiedene Linien (gerade, wellenförmige, zickzackförmige, Kreise etc.) auf das Papier oder den Stoff und legen Sie diesen unter die Nähmaschine. Nun gilt es, die Linien möglichst genau zu mit der Nähnadel zu treffen und „nachzuzeichnen“.

Immer alles zur Hand haben

Nähen ist immer auch eine Form der Entspannung – wenn Sie sich richtig darauf vorbereiten und nicht währenddessen gestresst werden. Damit das nicht passiert, ist es immer unverzichtbar, alle wichtigen Utensilien griffbereit zu haben. Dazu gehören nicht nur Garn, Schere und Textilkreide, sondern auch ein Naht-Auftrenner. Dieser kommt dann zum Einsatz, wenn Sie sich doch einmal vernäht haben sollten.

Auf geschmeidige Bewegungen achten

Nähen ist im Prinzip wie Autofahren. Wenn Sie zögern oder zu ruckartig anfahren, macht sich das sofort beim Fahrstil bemerkbar. Ganz ähnlich verhält es sich auch beim Nähen. Auch hier gilt es stets, die Bewegungen so flüssig wie möglich zu gestalten.

Keine Sorge, die wenigsten beherrschen die Nähmaschine von Anfang an so gut, dass die Bewegungen perfekt sind. Auch hier wird wieder deutlich, wie wichtig die Nähübungen mit einem Blatt Papier oder altem Stoff sind. Dabei können Sie ganz gezielt trainieren, das Papier / den Stoff flüssig zu bewegen und somit eine gleichmäßige und gerade Naht zu erzeugen.

Die Eigenschaften der Stoffe kennen

Das Tolle am Nähen ist, dass Ihnen schier unendlich viele Möglichkeiten geboten werden. Ein Grund hierfür sind die unterschiedlichen Stoffe.

  • Baumwolle,
  • Jersey, Leinen,
  • Leder…

all diese und andere Stoffarten haben ganz verschiedene Eigenschaften, die Ihnen auch bewusst sein sollten.

Tipp Hinweise
Dehnbarkeit Hier spielt vor allem die Dehnbarkeit eine wichtige Rolle.
Dicke Doch auch die Dicke der Stoffe ist wichtig, um die Nähmaschine richtig einstellen zu können.

Lassen Sie sich hierbei auf jeden Fall genügend Zeit und probieren Sie sich ruhig vorher an ein paar Stoffresten aus, um zu erfahren, welches Garn und welche Stichart die richtige ist.

Ecken nähen

Während einige Nähmaschinen praktische Querlinien im „Sortiment“ haben, ist diese Stichart bei anderen leider nicht vorhanden. Wenn Sie dennoch exakte Ecken nähen wollen, hilft ein ganz einfacher Trick: Nutzen Sie Klebestreifen als Markierung für einen gleichmäßigen Abstand. Damit der Eckpunkt perfekt getroffen wird, hilft es, die Stichlänge ein wenig zu verkürzen.

Näharbeiten mit feinen Stoffen

Feine Stoffe wie Seide oder Chiffon gelten in Näh-Kreisen als besonders schwer zu verarbeiten. Da die Stoffe so schwer zu fixieren sind, beginnt die Problematik meist schon beim Zuschneiden. Hier empfiehlt es sich, anstatt einer Schere einen Rollschneider zu verwenden und den feinen Stoff mit Gewichten oder Stecknadeln zu fixieren. Zum Nähen sollte anschließend unbedingt eine besonders feine, ungebrauchte Nähmaschinennadel verwendet werden. Diese muss auf jeden Fall unbeschädigt sein, da sonst die Gefahr besteht, dass die feinen Stoffe beschädigt werden und Fäden ziehen. Auch das Nähgarn sollte ausgesprochen dünn sein.

Zusatz-Tipp: Beim Nähen von Seide, Chiffon und Co. kommt es häufig zum Zusammenziehen der Stoffe entlang der Naht. Damit Ihnen das nicht passiert, ist es hilfreich, die Stichlänge zu minimieren (1,5 bis maximal 2 mm) und auch die Fadenspannung zu verringern. Dadurch wird die Naht nicht nur gerade und gleichmäßig, sondern zieht auch den Stoff nicht zusammen. Zusätzlich kann der Stoff beim Nähen auch mit Seidenpapier fixiert werden. Dieses kann im Anschluss ganz einfach wieder entfernt werden.

Vor- und Nachteile der Tipps und Tricks für den Umgang mit Nähmaschinen

  • erleichtern Anfängern die Arbeit mit Nähmaschinen
  • leicht umsetzbar
  • Nähen lernen erfordert dennoch Geduld und Interesse

Automatische Einstellungen durch computergesteuerte Nähmaschine

Auch wenn computergesteuerte Nähmaschinen im Privatgebrauch noch immer eher die Seltenheit sind, soll an dieser Stelle kurz darauf eingegangen werden, wie praktisch sie sind. Der große Vorteil dieser Modelle: Nahezu alle Programme wie Stichbreite und -länge werden automatisch einstellt. Vor allem für Anfängerinnen, die noch kein wirkliches Gespür für diese Größen haben, kann eine computergesteuerte Nähmaschine daher eine große Erleichterung sein. Bedenken Sie aber, dass diese weitaus mehr kosten als eine herkömmliche mechanisch betriebene Nähmaschine.

Kommentare und Erfahrungen

  1. Nähmaschinennerd am 14. Januar 2017

    Super Artikel die Sie geschrieben haben:)
    Sind auf jeden fall sehr hilfreiche Tipps dabei und das mit den eingebunden Videos auf der Seite finde ich Klasse!

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